2026 ist das neue 2016 – Warum das Internet nostalgisch wird

Das ikonische Jahr 2016, von dem noch so oft geschwärmt wird. Was das Jahr so besonders macht und warum es eigentlich nicht so perfekt ist, wie wir denken.

Das ikonische Jahr 2016, von dem noch so oft geschwärmt wird. Was das Jahr so besonders macht und warum es eigentlich nicht so perfekt ist, wie wir denken.

„2026 ist das neue 2016“ ziert zurzeit das ganze Internet. Auf TikTok werden Videos mit „2016-Filter“ produziert und „Lush Life“ von Zara Larsson erklingt hinter jedem zweiten Video. TikTok befindet sich auf einem Nostalgie-Trip ins Jahr 2016. Eine Zeit, die scheinbar so unbeschwert und einfach war. Doch warum empfinden wir das so, und warum sehnen wir uns plötzlich so sehr nach der Vergangenheit?

2016 war ein ereignisreiches Jahr. Die Flüchtlingskrise, das Brexit-Referendum in Großbritannien, Terroranschläge, ein Amoklauf in Deutschland und der Putschversuch in der Türkei – ein Jahr voller Ereignisse und Krisen. Ein Jahr, das sowohl politisch als auch gesellschaftlich gar nicht so fröhlich war. Trotzdem wollen wir zurück?

Die Zeit vor der Corona-Krise wird heutzutage als ganz andere Zeit behandelt. Eine Zeit, die scheinbar perfekt und friedlich war. Doch warum? Krisen gibt es schon immer, Kriege finden statt und Tag für Tag passieren unvorstellbare Dinge. Der Unterschied bei Corona? Die Corona-Pandemie war eine Zeit, die uns alle direkt betroffen hat. Wir haben sie erlebt. Nicht durch die Nachrichten, nicht durch Geschichten von anderen, sondern direkt in unserem Alltag. Während man von anderen Problemen nur durch Nachrichten hört, hat Corona uns direkt getroffen – uns alle. Das heißt, die Welt davor war nicht besser – Corona hat nur die anderen Probleme überschattet.

Ein weiterer Grund für diesen blinden Nostalgie-Trip ist das Alter der meisten Influencer, die diesen Trend anpreisen. Viele waren im Jahr 2016 noch Kinder oder Teenager. Natürlich scheint die Welt damals noch in Ordnung. So soll es schließlich auch sein. Doch der Nostalgie-Trip hat dementsprechend weniger mit dem Jahr 2016 zu tun, sondern mehr mit der Erinnerung an unsere Kindheit und Jugend. Eine Zeit, in der wir nicht jeden Tag auf Social Media und in den Nachrichten lesen, was alles Schlimmes am Morgen bereits passiert ist. Eine Zeit, in der unsere Eltern uns von so etwas abschirmen. Das heißt also nicht, dass es keine Probleme gab, sondern dass wir sie einfach nicht mitbekommen haben.

Warum denken wir dann aber alle kollektiv an das Jahr 2016? Das Jahr war geprägt von öffentlichen Ereignissen und Trends, die die Gesellschaft zusammengebracht haben. Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro oder die Europameisterschaft in Frankreich, bei der Deutschland das Halbfinale erreichte. Wir erinnern uns daran, überall Deutschlandflaggen und Nationalstolz zu sehen und die Spiele gemeinsam mit unserer Familie, unseren Freunden und der Nachbarschaft zu schauen. Trends wie Pokémon Go, bei dem man sich gemeinsam verabredete, um Pokémon zu sammeln und die Zeit draußen verbrachte. Auch Snapchat war 2016 auf fast jedem Handy zu finden, und es konnte kein Snap ohne den „Hunde-Filter“ versendet werden.

Genau das macht diesen Trend aus. Nicht etwa die Idee, dass es keine Probleme gab, sondern die Erinnerung an die kleinen Momente, die das Leben besonders machen. Die Dinge, die vielleicht auch immer mehr in Vergessenheit geraten oder längst zur Selbstverständlichkeit geworden sind.