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Sydney Sweeney hat es schon wieder getan – und Frauen zahlen den Preis

Sydney Sweeney ist bekannt für ihre sexualisierten Auftritte. Jetzt hat sie das Fass erneut zum Überlaufen gebracht und schickt Frauen zurück in die Vergangenheit.

Sydney Sweeney ist eine 29-jährige Schauspielerin. Vor allem ist sie durch ihre Rolle als Cassie in „Euphoria“ bekannt. Zuletzt war sie an der Seite von Amanda Seyfried in dem Film „The Housemaid’s Secret“ zu sehen.

Neben ihren schauspielerischen Leistungen ist die Amerikanerin jedoch vor allem für ihren Körper bekannt. In einem Interview mit Variety aus dem Jahr 2024 spricht sie über die Sexualisierung, die sie regelmäßig erfährt. Sie erzählt, dass sie sich „entmenschlicht“ und „ohne Kontrolle“ fühlt. Selbst ist sie daran jedoch nicht ganz unschuldig. Versteht mich hier nicht falsch: Frauen haben das Recht, sich zu zeigen, wie sie wollen, ohne sexualisiert oder objektifiziert zu werden. Gleichzeitig stellt sich bei Sweeney die Frage, inwiefern ihre eigenen, bewusst sexualisierten Inszenierungen zu dieser Wahrnehmung beitragen.

Sydney Sweeney verkauft ihr Badewasser

In verschiedensten Werbekampagnen setzt sie bewusst auf eine sexualisierte Inszenierung und nutzt ihren Körper als Teil der Vermarktung. Das zeigte sich zum Beispiel bei einer Aktion im Mai 2025. Dort verkauft sie gemeinsam mit der Männer-Naturkosmetik-Marke Dr. Squatch eine limitierte Seife. Soweit erst einmal nichts Außergewöhnliches. Dies ist jedoch die Folge eines vorherigen Werbespots, in dem sie Duschgel vermarktet. Dabei sitzt sie in einer Badewanne und beginnt mit den Worten „Hello, you dirty little boys“ und weiter „Are you interested in my body… wash“. Eine Werbung, die offensichtlich darauf ausgelegt ist, anziehend zu wirken. Mit Erfolg, denn viele Kommentare darunter waren von Männern, die statt des Duschgels doch lieber ihr Badewasser wollen. Ekelhaft, denke ich zunächst. Doch wartet ab. Es wird schlimmer. Denn diese Männer haben tatsächlich bekommen, was sie wollten. Kurz darauf folgte nämlich eine limitierte Seife von Sydney Sweeney und Dr. Squatch. Der Name: „Sydney’s Bath Water Bliss“, denn diese Seife soll tatsächlich ihr Badewasser enthalten. Ganz zur Freude der Männer. Der Geruch? Beschrieben als „morning wood“. Danach ging im Internet das Gerücht herum, dass die Seife mit einem Loch in der Mitte verkauft werde und Videos kursierten im Internet, in denen das Loch selbst hinzugefügt wurde. Wozu könnt ihr euch ja denken.

Sydney Sweeney has Great Jeans

Als wäre die Badewasser-Werbung noch nicht genug, folgte im Juli eine weitere Werbung mit Sydney Sweeney – diesmal für American Eagle. Dabei ging es scheinbar nicht nur um die Jeans. Mit dem Spruch „Sydney Sweeney has Great Jeans“ zeigt die Frau sich auf dem Bildschirm. Der Witz daran soll sein, dass das Wort „Jeans“ wie das englische Wort „Genes“ klingt. Und darum geht es auch in der Werbung. Während der Werbung erzählt sie davon, wie Gene von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden, und natürlich hat Sydney Sweeney „Great Jeans“. Schnell war auch dieser Werbespot massiver Kritik ausgesetzt. Der Vorwurf? Rassismus. Denn natürlich wurde für die Werbung, in der von den guten Genen gesprochen wird, die blonde, blauäugige Sydney Sweeney gewählt. Mit dem Hate geht auch eine Aufforderung zum Boykott einher. Sydney Sweeney und American Eagle nehmen das Ganze überraschend gelassen. American Eagle betont, dass es lediglich um Sydneys Jeans gehe, und veröffentlicht anschließend Kampagnenbilder, auf denen eine Frau mit lockigem Haar und dunklerer Haut zu sehen ist. Sydney Sweeney hält sich größtenteils raus. Nach knapp einer Woche meldet sich der US-Präsident zu Wort und nimmt Sweeney in Schutz. Denn sie ist eine stolze Republikanerin und ein Fan des Präsidenten. Trump postet auf der Plattform Truth Social: „Sydney Sweeney, eine registrierte Republikanerin, hat die HEISSESTE Werbung, die es gibt. Mach sie fertig, Sydney!“ Allgemein wurde die ganze Kritik eher als Krieg gegen „schöne Frauen“ abgetan.

Sydney Sweeney setzt noch eine Schippe drauf

Wenn ihr denkt, das war schlimm, dann wartet ab. Denn Sydney Sweeney hat sich mit ihrer neuen Werbung für Novig selbst übertroffen. Novig ist eine US-amerikanische Sportwetten-App. Jetzt posiert Sydney Sweeney unter dem Motto „Just Sports“ halb nackt vor der Kamera. Mit „halb nackt“ meine ich: Entweder trägt sie eine Boxershorts oder tatsächlich gar nichts und wird lediglich von Sportequipment bedeckt. Ausschließlich von zwei Football-Bällen bedeckt, fordert sie die Zuschauer zu Beginn auf: „You think you know Sports? Prove it!“. In einer Szene sitzt sie breitbeinig und komplett nackt auf einem Basketballkorb. Das, was in dieser Szene am ehesten an Kleidung erinnert, sind ihre Haare, die einen Teil ihrer Brüste verdecken. In einer anderen Szene liegt sie in Boxershorts auf einem Billardtisch. Dazu die Worte: „You can’t trade this. I just look good here“. Gegen Ende liegt sie nackt auf einer Bank. Die einzige Kleidung, die sie trägt, sind Fußballsocken und Schuhe, auf denen ein Ball platziert wurde. Dazu sagt sie „Nobody on wars, or deaths. And no Politics.“

Frauen im Sport sind sauer

Auf diese Werbung folgt ein riesiger Shitstorm. Im Internet wird Sweeney auseinandergenommen und als antifeministisch bezeichnet. Daraus entstand ebenfalls ein neuer Trend. Ein Clip von Sydney Sweeney und danach Videos der sportlichen Leistungen verschiedenster Frauen. „This is what women in sports look like.“ Unter dem Hashtag WomenInSports, der unter fast jedem dieser Videos genutzt wird, gibt es 1,3 Millionen Posts von Frauen, die zeigen, wie wirklicher Sport aussieht. Auch die englische Athletin Amy Hunt äußert sich zu Sydney Sweeney. In einem Interview mit BBC Sports spricht die Sportlerin bei der Ultimate Championship in Budapest, nachdem sie mit ihrer Saisonbestzeit von 22,10 Sekunden über 200 Meter den vierten Platz belegte. „And Sydney Sweeney. This is what Women in Sports look like. 21.4, muscles, hard work, sweat, blood, tears“ Mit den 21.4 bezog sie sich auf Melissa Jefferson-Wooden, die mit 21,47 Sekunden gewann und die viertschnellste Zeit jemals auf dieser Distanz lief.

Es ist traurig, dass wir im 21. Jahrhundert tatsächlich noch erklären müssen, was solche Werbespots anrichten. Frauen werden im Sport selten ernst genommen. Bei Männern ist es einfach „Sport“, bei Frauen muss jedoch jedes Mal dazugesagt werden, dass es sich um „Frauensport“ handelt. Dieser wird ebenfalls als schlechter, unseriöser oder gar lächerlich angesehen. Denn Frauen im Sport werden immer noch extrem sexualisiert. Diese Werbung beweist das nur nochmal. Wenn Sport bei Männern eine Riesenleistung und so bewundernswert ist, warum dann nicht auch bei Frauen? Warum werden Frauen trotz rund 230 Jahren Feminismus immer noch sexualisiert? Warum werden wir immer noch nicht ernst genommen? Frauen sind keine Objekte. Wir sind intelligent. Wir sind stark. Und wir stehen nicht unter Männern.