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Back to Big Hair!

Pamela Anderson, Fran Drescher, Dolly Parton – sie haben es vorgemacht, wir machen es nach. Big Hair ist endlich wieder da und natürlich heißt es: Je mehr, desto besser.

Jahrelang galt Perfektion

Die letzten Jahre waren geprägt von glatten, gezähmten, perfekten Haaren. Anstatt der Kreativität freien Lauf zu lassen, sollten unsere Haare möglichst kontrolliert und vor allem frizzfrei und perfekt aussehen. Die Trendfrisur der letzten Jahre war der Slickback. Ein Look, der mit perfekt zurückgegelten Haaren den Perfektionismus widerspiegelt wie kaum ein anderer. Keine Strähne darf herausstehen und es wird so viel Gel und Haarspray genutzt, dass der Zopf beinahe auch ohne Haargummi halten würde. Generell ging der Trend zu möglichst glänzendem, glattem Haar.

Dieser Trend fing in den späten 90ern und frühen 2000ern an. Zuerst kamen die 90s-Blowouts: Es wurde zwar immer noch Wert auf Volumen gelegt, die Haare waren aber längst nicht mehr so groß und aufwendig wie zuvor. In den 2000ern kam dann komplett glattes Haar. Die Haare konnten nicht glatt genug sein. Wusstet ihr, dass Avril Lavigne eigentlich Naturlocken hat? 2010 ging der Trend schließlich in Richtung natürlicher Wellen. Mit der Clean-Girl-Era hatte das jedoch auch schnell ein Ende.

Big Hair ist zurück

Nach Jahren des Clean-Girl-Minimalismus ist Big Hair nun endlich wieder im Trend. Dazu gehören Stufenschnitte und – gerade bei Männern – der moderne Mullet als Frisur des Jahres. Der moderne Mullet ist eine Variation des klassischen Mullets der 70er- und 80er-Jahre – mit sanfteren Übergängen und einer natürlicheren Struktur, die weniger Styling erfordert. Auch der von Rachel Green inspirierte Blowout der 90er ist wieder angesagt, genauso wie die voluminösen Frisuren der 80er. Dazu erleben natürlich auch Lockenwickler und jede Menge Haarspray ihr Comeback. Letztendlich kommt viel aus den 80ern zurück, aber mit modernen Anpassungen, die die klassischen Frisuren ins 21. Jahrhundert holen.

„The bigger the hair, the closer to God“

Dolly Parton

Auch Wellen und Naturlocken kommen zurück. Mittlerweile ist daraus eine ganze Bewegung in den sozialen Medien entstanden. Immer mehr Menschen fangen an, ihre durch Hitze geschädigten und geglätteten Wellen und Locken zu „reviven“ – also ihre natürliche Struktur wieder zum Vorschein zu bringen. Denn natürliche Locken erleben gerade ein echtes Comeback. Dabei geht es nicht darum, dass alle die gleiche Struktur anstreben oder dass Dauerwellen wieder zum Trend werden. Ganz im Gegenteil – es geht darum, die eigene Haarstruktur zu entdecken und zu stylen, egal ob das Ziel Volumen oder Definition ist.

Big Hair ist nicht ein neuer Trend, sondern die Gegenreaktion auf jahrelangen Minimalismus.

Beige ist wieder out und Farbe wieder in – das zeigt sich auch bei unseren Haaren. Das neue Ziel ist Individualität, Persönlichkeit und Kreativität. Wir trauen uns wieder mehr und wollen eher auffallen, statt in der Masse unterzugehen. Damit einher geht auch, dass wir keine Angst mehr davor haben, unnatürlich auszusehen. Wir legen zwar viel Wert darauf, unsere natürliche Schönheit zu finden und zu akzeptieren, aber wir wollen nicht mehr auf Krampf natürlich aussehen. Wir dürfen auffallen! Die Kleidung wird wieder bunter, Make-up auffälliger und das Haar voluminöser. Man darf ruhig sehen, dass wir uns Mühe gegeben haben, so auszusehen.

Zudem ist Perfektion längst überbewertet. Unser Haar darf messy sein und wir müssen nicht perfekt aussehen. Denn jetzt heißt es: Persönlichkeit statt Perfektion.